Intelligente Brücken, sicherere Zukunft: Roebling Labs und Bentley Systems kooperieren bei der Überwachung alternder Infrastruktur
Roebling Labs
Wenn Scott von Roebling Labs die Mission seines Unternehmens erläutert, schwingen in seinen Worten sowohl Dringlichkeit als auch eine Vision mit: „Wir erkennen mithilfe von Computersehen strukturelle Beschädigungen und Überlastungen von Brücken. Wir beginnen mit den 40.000 bautechnisch mangelhaften und einsturzgefährdeten Brücken in Amerika.“
Roebling Labs mit Sitz in Cambridge (Massachusetts) ging aus The Engine hervor, einem mit MIT verbundenen Startup-Accelerator. Ihr Ansatz ist einfach und wegweisend zugleich: Videos als Sensoren für die kontinuierliche Überwachung des Zustands von Brücken einzusetzen. Anders als bei herkömmlichen Inspektionsmethoden, bei denen Brücken zu 99,9 % der Zeit unüberprüft bleiben, verwandelt das System von Roebling jedes Pixel eines Videofeeds in einen virtuellen Sensor. Auf diese Weise können Brückenbetreiber das strukturelle Verhalten in Echtzeit beobachten und Durchbiegungen, Vibrationen und frühe Anzeichen von Beschädigungen erkennen, die mit bloßem Auge möglicherweise nicht zu erkennen sind.
Warum die meisten baufälligen Brücken immer noch nicht überwacht werden
In den USA gibt es mehr als 600.000 Autobahnbrücken, von denen sich 40.000 in einem schlechten Zustand befinden. Die herkömmlichen Methoden zur Inspektion und Überwachung reichen einfach nicht mehr aus. „Im Jahr 2020 waren lediglich 66 Brücken in den USA mit Systemen zur strukturellen Zustandsüberwachung ausgestattet. Und oft handelte es sich dabei um brandneue Vorzeigebrücken, also genau die Brücken, die es am wenigsten nötig hatten“, betonte Scott.
Roebling Labs kehrt dieses Modell um. Ihr Konzept „Smart Bridge in a Box“ ist so konzipiert, dass es finanziell tragbar, skalierbar und auf den Brücken einsetzbar ist, die es am dringendsten benötigen, also die alternden Bauwerke, die täglich Millionen von Menschen tragen.
Erste Demonstrationen wie beispielsweise bei den Arbeiten für das Bentley iTwin Demonstrationsprojekt an der Robert Street Bridge in Minnesota zeigen, wie sich die videobasierte Überwachung nahtlos in die Digitale-Zwillinge-Technologie von Bentley integrieren lässt. Durch die Überlagerung eines 3D-Modells mit den Videosensordaten von Roebling könnten Brückenmanager in iTwin eines Tages einen Sensor direkt in ihr Modell einzeichnen und so innerhalb weniger Tage Live-Aktualisierungen erhalten.
Aufgrund dieser Integrationsvision hat sich Roebling Labs dem Bentley-Programm „iTwin Activate“ angeschlossen und den Bentley Ecosystem Catalog in seine Prozesse integriert, der eine Reihe von Lösungen bietet, die von Partnern entwickelt wurden und die Funktionalität von Bentley-Produkten bzw. -Plattformen wie beispielsweise SaaS-Angebote, Desktop-Anwendungen oder Plug-ins erweitern. „Wir sehen in Bentley einen wertvollen Vertriebspartner“, sagte Scott. „Brückenbetreiber arbeiten bereits mit Bentley-Software. Warum also nicht die Live-Überwachung mit einem einfachen Klick in ihrem digitalen Zwilling hinzufügen?“
So unterstützt das Bentley-Ökosystem Startups bei der Skalierung von Infrastrukturlösungen
Für Roebling Labs ging es bei der Aufnahme in das Bentley-Ökosystem nicht nur um Sichtbarkeit, sondern vor allem um die Maximierung der Wirkung. Durch die Aufnahme in den Lösungen-Katalog von Bentley erreichen ihre Innovationen Brückenbetreiber, die bereits mit Bentley-Plattformen vertraut sind, wodurch die Einführung einfacher wird und schneller erfolgen kann. Gleichzeitig erweitert Bentley seine Produktpalette um eine neue Innovationsstufe, die direkt auf dringende Marktanforderungen reagiert. Für die Branche insgesamt senkt diese Zusammenarbeit die Hürden für die Einführung fortschrittlicher Überwachungssysteme und macht aus einer möglicherweise isolierten Startup-Lösung eine gemeinsame Funktion für alle Infrastrukturprojekte.
Scott zieht einen Vergleich zum Erfolg von App Stores. „Bentley stellt die Plattform und die Geschäftsbeziehungen zu den Infrastrukturbetreibern bereit“, erklärte er. „Dadurch können Startups wie wir schneller Innovationen entwickeln und der Branche echte Lösungen bieten – genau wie der App Store es für Software getan hat.“ Die Bedeutung reicht weit über die USA hinaus. In Regionen, in denen die Ressourcen für die Instandhaltung von Infrastrukturen knapp sind, könnte ein finanziell tragbares, mobiles Überwachungssystem für den Unterschied zwischen vorbeugenden Reparaturen und katastrophalen Ausfällen entscheidend sein.
Hightech-Überwachung für eine sicherere Welt
Unser Ziel ist die flächendeckende Einführung von Hightech-Überwachungssystemen, um Brücken sicherer zu machen, Unfälle zu verringern und die Instandhaltungskosten für die Steuerzahler zu senken.
– Scott Snelling, CEO und Gründer von Roebling Labs
Größere Marktakzeptanz durch Sichtbarkeit und Pilotprojekte
Für Roebling Labs wird der Erfolg im kommenden Jahr von Bekanntheit und Marktakzeptanz abhängen. Demonstrationen, Pilotprojekte und die Sichtbarkeit durch das Bentley-Ökosystem werden dazu beitragen, den Wert dieses innovativen Ansatzes unter Beweis zu stellen. „Jeder Brückenbetreiber, der sich nach dem Betrachten unserer Lösung im Katalog an uns wendet, profitiert von einer Win-Win-Situation“, bemerkte Scott.
Mit dieser Denkweise baut Roebling Labs nicht nur intelligentere Brücken, sondern trägt auch dazu bei, eine sicherere und resilientere Infrastruktur für die Zukunft zu schaffen – Hand in Hand mit Bentley und seinem Ökosystem der Innovation.
Roebling Labs finden Sie im Bentley Ecosystem Catalog, einem wachsenden Ökosystem von Lösungen für die Vereinfachung von Arbeitsabläufen, die Minimierung von Risiken und die Beschleunigung der Abwicklung nachhaltiger Infrastrukturprojekte.